Omer Meir Wellber

Dirigent

Omer Meir Wellber gehört zu den führenden Dirigenten für Opern- und Orchesterrepertoire. Er ist Musikdirektor der Volksoper Wien, Music Director des Teatro Massimo Palermo und künstlerischer Leiter des Toscanini Festivals. Aus langer Verbundenheit ist er zudem Music Director der Raanana Symphonette in Israel. Omer Meir Wellber ist regelmäßig bei u. a. dem Gewandhausorchester zu Leipzig, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Israel Philharmonic Orchestra, den Wiener Symphonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin sowie dem Tonhalle-Orchester Zürich zu Gast.

 

In seiner ersten Saison als neuer Musikdirektor der Volksoper Wien leitet Omer Meir Wellber die Neuproduktion von Tschaikowskis Jolanthe und der Nussknacker in einer Inszenierung der Volksoperndirektorin Lotte de Beer sowie Neueinstudierungen von Mozarts Zauberflöte und Puccinis La Bohème. Als Novum für das Haus spielt das Volksopern-Orchester Symphoniekonzerte im Konzerthaus und in der Volksoper, so fand Wellbers erster Auftritt mit dem Volksopern-Orchester im Wiener Konzerthaus mit der Solistin Midori statt. Zudem initiierte Wellber neben der Gründung des Opernstudios auch die Ernennung von Ersten Gastdirigenten sowie HausdirigentInnen.

 

Am Teatro Massimo in Palermo eröffnet Omer Meir Wellber die neue Saison mit dem Kaiserrequiem, einer eigenen Kreation mit dem Regisseur Marco Gandini, welche Viktor Ullmans Der Kaiser von Atlantis mit Mozarts Requiem verbindet. Zudem stehen Symphoniekonzerte mit u. a. Steven Isserlis und Amihai Grosz sowie ein Kabarettabend mit Hila Baggio und Ernesto Tomasini und eine Produktion von Tschaikowskis Eugen Onegin auf dem Programm. Highlights der vergangenen Saisons waren die Neuproduktionen von Verdis Les Vêpres siciliennes in einer Inszenierung von Emma Dante und Wagners Parsifal in einer Inszenierung von Graham Vick. Für seine innovative Arbeit am Teatro Massimo, darunter die Produktion Crepuscolo dei sogni im Januar 2021, erhielt er 2021 den Sonderpreis der italienischen Associazione Nazionale Critici Musicali (Nationaler Verband der Musikkritiker).

 

Als künstlerischer Leiter des Toscanini Festivals in Parma präsentiert Wellber 2023 ein spannendes Programm mit u. a. zeitgenössischen Werken und renommierten Solisten. In der ersten Ausgabe des Festivals im vergangenen Jahr leitete Omer Meir Wellber eine konzertante Fassung der selten aufgeführten Oper Les Willis von Puccini.

 

Gastspiele führen Omer Meir Wellber in der Saison 2022/23 in die USA zum Boston Symphony Orchestra, in die Schweiz zum Tonhalle-Orchester, nach Stockholm für Konzerte mit dem Swedish Radio Orchestra, in die Münchner Isarphilharmonie mit den Münchner Philharmonikern sowie an die Wiener Staatsoper mit Wagners Lohengrin. Mit den Wiener Symphonikern wird Wellber im November auf eine Europatournee in neun Städte in fünf Länder gehen, u. a. nach Hamburg, Berlin, Barcelona, Amsterdam und Warschau.

Als Porträtkünstler 2022 des Schleswig-Holstein Musik Festivals war Omer Meir Wellber am Dirigentenpult sowie am Akkordeon, Cembalo und Flügel zu erleben und hat unter dem Motto „Freundschaft“ 14 abwechslungsreiche und unkonventionelle Konzerte präsentiert. Neben klassischen Orchesterkonzerten mit dem Festivalorchester des SHMF und dem BBC Philharmonic standen dabei auch Kammermusik- und Chansonabende sowie ein vierhändiger Klavierabend auf dem Programm. Getreu dem Motto „Freundschaft“ musizierte Omer Meir Wellber gemeinsam mit u. a. dem Mandolinisten Jacob Reuven, der Schauspielerin Isabel Karajan, den Pianisten Fazil Say und Daniel Ciobanu, der Violinistin Veronica Eberle und dem Klarinettisten Alessio Vicario.

Die jüngsten CD-Aufnahmen von und mit Omer Meir Wellber erschienen in Mai 2022: The Mandolin Seasons mit Jacob Reuven und der Sinfonietta Leipzig (MusikerInnen des Gewandhausorchesters Leipzig) bei Hyperion und Pop Song mit dem Cellisten Jan Vogler und dem BBC Philharmonic bei Sony. Frühere Veröffentlichungen beinhalten die erste gemeinsame Aufnahme von Wellber und dem BBC Philharmonic mit Werken von Ben-Haim (Chandos), Taveners No longer mourn for me mit Steven Isserlis und dem Philarmonia Orchestra (Hyperion) sowie DVD-Veröffentlichungen von Wagners Parsifal (Unitel/C Major), Bellinis I capuleti e i montecchi (Naxos), Puccunis Madama Butterfly (Opus Arte), Boitos Mefistofele (Unitel), Verdis Aida (Bel Air Classique) und Tschaikowskis Eugen Onegin (Unitel).

 

Omer Meir Wellber veröffentlichte im Herbst 2019 seinen ersten Roman “Die vier Ohnmachten des Chaim Birkner” im BerlinVerlag. Er ist das literarische Debüt des Dirigenten. Das Buch erzählt die Geschichte von Chaim Birkner, einem müden und zerstörten Mann, der von seiner Tochter gezwungen wird, dem Leben ein letztes Mal kurz in die Augen zu blicken. Der Roman erschien zudem auf Italienisch (Sellerio Editore) und Französisch (Éditions du sous-sol).

Im Frühjahr 2017 wurde „Die Angst, das Risiko und die Liebe – Momente mit Mozart“ veröffentlicht. Gemeinsam mit der Publizistin Inge Kloepfer verfasst, präsentiert Wellber in diesem Essay seinen persönlichen Zugang zu den universellen Emotionen, die in den drei Mozart/Da Ponte-Opern Così fan tutte, Le nozze di Figaro und Don Giovanni behandelt werden.

 

Im August 2021 gab Wellber mit Werken von Ives und Bruckner sowie dem Konzert für Oboe und Orchester von Strauss mit Ramón Ortega Quero (Oboe) und den Wiener Symphonikern sein Debüt bei den Bregenzer Festspielen. Mit der Uraufführung eines Werkes von Ayal Adler debütierte er im November 2019 bei den Münchner Philharmonikern und im Juli 2019 mit Werken von Mozart, Haydn und Ben-Haim bei den BBC Proms mit dem BBC Philharmonic sowie im Oktober 2018 an der Metropolitan Opera in New York mit Vorstellungen von Bizets Carmen. Im Sommer 2018 leitete er beim Glyndebourne Festival, wo er 2014 mit dem London Philharmonic Orchestra in der Produktion von Eugen Onegin debütierte, die Festival-Premiere von Puccinis Madama Butterfly. Im März 2017 leitete er die Premiere von Giordanos Andrea Chenier an der Bayerischen Staatsoper, wo er schon 2011 mit La Traviata debütierte und 2015 die Neuproduktion von Mefistofele dirigierte. Im November 2016 leitete er die Sächsische Staatskapelle Dresden bei der Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Oratorium Über Liebe und Hass.

 

Die langjährige Zusammenarbeit von Omer Meir Wellber und der Semperoper Dresden kulminierte in seiner Position als Erster Gastdirigent von 2018 bis 2022. Bereits seit 2010 leitete er Neuproduktionen und Wiederaufnahmen von Aida, Ariadne auf Naxos, Daphne, der Da Ponte-Trilogie, der Zauberflöte, Grand Macabre, Guntram, Madama Butterfly, Nabucco, Rosenkavalier, Salome und Tannhäuser; aber auch Symphoniekonzerte mit der Sächsischen Staatskapelle gehörten zum Programm.

 

Highlights seiner Zeit als Chief Conductor des BBC Philharmonic waren u. a. Konzerte in der Bridgewater Hall sowie bei den BBC Proms und Gastkonzerte beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Nachdem sich die von ihm konzipierte BBC-Video-Gesprächsreihe The Music Room im Jahr 2020 auf Beethovens neun Symphonien konzentriert hat, wurde die Serie mit The Music Room: Discovering Ben-Haim fortgesetzt.

 

Von 2010 bis 2014 war Omer Meir Wellber Music Director am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Während der Intendanz von Luc Bondy wurde er von den Wiener Festwochen im Rahmen eines dreijährigen Projekts mit der Leitung von Verdis trilogia popolare betraut: Rigoletto (2011), La Traviata (2012) und Il Trovatore (2013).

Zwischen 2008 und 2010 assistierte Omer Meir Wellber Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie an der Mailänder Scala. Er dirigierte mit großem Erfolg bei Publikum und Presse Verdis Aida beim Gastspiel der Scala an der Israeli Opera. 2010 dirigierte er Strauss’ Salome als Einspringer für Seiji Ozawa beim Saito Kinen Festival in Matsumoto.

 

Die enge Verbindung zu seiner Heimat Israel zeigt sich u. a. in der Zusammenarbeit mit dem Raanana Symphonette Orchester, dessen Music Director er seit 2009 ist. Das Orchester setzt sich besonders für Musikvermittlung und -erziehung ein und erreicht jährlich mehr als 70.000 Kinder. Zwischen 2005 und 2008 war er regelmäßiger Gastdirigent an der Israeli Opera in Tel Aviv, wo er Aufführungen von Verdis La Forza del Destino, Puccinis Turandot und Madama Butterfly, Donizettis L’Elisir d’Amore, Mozarts Die Zauberflöte, Gounods Faust und Janaceks Schlaues Füchslein leitete. 2007 debütierte er beim Israel Philharmonic Orchestra und leitete 2016 dessen Residency bei den Dresdner Musikfestspielen.

 

Omer Meir Wellber ist zudem Botschafter der Non-Profit-Organisation Save a Child’s Heart, einer in Israel ansässigen Organisation, die sich um die Behandlung herzkranker Kinder aus Entwicklungsländern sowie um die Ausbildung von Ärzten vor Ort kümmert. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit verschiedenen Institutionen in Outreach-Programmen zusammen und fördert die nächste Dirigenten-Generation durch Workshops, Kurse und Besuche an Hochschulen.

 

1981 in Be’er Sheva geboren, begann Omer Meir Wellber seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren mit Akkordeon und Klavier. Er erhielt ab seinem zehnten Lebensjahr Kompositionsunterricht bei Tania Taler. Anschließend wurde Michael Wolpe bis 2004 sein Lehrer. 1999 machte er am Be’er Sheva Konservatorium seinen Abschluss. Anschließend studierte Omer Meir Wellber Dirigieren und Komposition mit einem Stipendium der American-Israel Cultural Foundation von 2000 bis 2008 an der Jerusalem Music Academy bei Eugene Zirlin und Mendi Rodan.

 

Omer Meir Wellber spielt ein eigens für ihn gebautes Akkordeon, Modell POLARIS, des renommierten italienischen Akkordeon Herstellers PIGINI.

 

Saison 2022/23
Nicht ohne Zustimmung von PR2 classic verändern.