Herbert Blomstedt

Dirigent

Herbert Blomstedt, in den USA als Sohn schwedischer Eltern geboren, erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Königlichen Konservatorium in Stockholm und an der Universität Uppsala. Später studierte er Dirigieren an der Juilliard School of Music in New York, zeitgenössische Musik in Darmstadt sowie Renaissance- und Barockmusik an der Schola Cantorum in Basel und arbeitete unter Igor Markevitch in Salzburg und Leonard Bernstein in Tanglewood.

Im Februar 1954 debütierte Herbert Blomstedt als Dirigent mit dem Stockholmer Philharmonischen Orchester und leitete später als Chefdirigent so bedeutende skandinavische Orchester wie das Oslo Philharmonic Orchestra und das Dänische und Schwedische Radio-Sinfonieorchester, letzteres bis 1983. Von 1975 bis 1985 war er Chefdirigent der Staatskapelle Dresden, mit der er neben verschiedenen europäischen Ländern auch die USA und Japan bereiste und die er nach wie vor regelmäßig dirigiert. 2007 würdigte ihn das Orchester mit der Goldenen Ehrennadel. 

Nach einer Serie erfolgreicher Konzerte mit dem San Francisco Symphony Orchestra wurde Herbert Blomstedt ab der Saison 1985/1986 zum Music Director dieses renommierten Orchesters berufen. Die gemeinsamen Konzertreisen zu den musikalischen Metropolen Europas, darunter Edinburgh, Salzburg, München und Luzern, wurden von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert. Nach zehn Jahren beendete Herbert Blomstedt seine erfolgreiche Tätigkeit in San Francisco, kehrt aber als Ehrendirigent alljährlich dorthin zurück. Von 1996 bis 1998 wirkte er als Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters in Hamburg. Von 1998 bis 2005 leitete Herbert Blomstedt als 18. Gewandhauskapellmeister das Gewandhausorchester Leipzig, dem er ebenfalls als Ehrendirigent weiterhin verbunden bleibt. Diese Auszeichnung verliehen ihm auch vier weitere Orchester: das NHK Symphony Orchestra in Japan, das Dänische und das Schwedische Radio-Sinfonieorchester sowie die Bamberger Symphoniker (Bayerische Staatsphilharmonie).

Neben seinen Verpflichtungen bei diesen Orchestern führen ihn zahlreiche Gastdirigate zu den bedeutendsten Klangkörpern weltweit, darunter die Berliner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Royal Concertgebouw Orchestra, Orchestre de Paris, Israel Philharmonic Orchestra, Orchestre Symphonique de Montréal, Boston und Chicago Symphony, Cleveland Orchestra, Pittsburgh Symphony sowie New York und Los Angeles Philharmonic. Ein spätes Debüt führte ihn 2011 mit den Wiener Philharmonikern zusammen; diese erste Zusammenarbeit findet ihre Fortsetzung in einer Tournee im Juli 2012 sowie mit Konzerten in Wien im Oktober 2013.
 
Herbert Blomstedt nahm mit der Staatskapelle Dresden über 130 Werke auf Schallplatte auf, darunter alle Sinfonien von Beethoven und Schubert, sowie mit dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester sämtliche Orchesterwerke von Carl Nielsen. Im Rahmen eines Exklusivvertrags mit DECCA entstanden zusammen mit dem San Francisco Symphony Orchestra zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen mit Referenzcharakter, darunter alle Sinfonien von Jean Sibelius und Carl Nielsen.
 


Die Zusammenarbeit mit dem Gewandhausorchester wurde von verschiedenen Labels dokumentiert; bei DECCA erschienen CDs mit Werken von Brahms, Bruckner, Hindemith, Mendelssohn und  Strauss. Des Weiteren sind die "High Mass" von Sven-David Sandström bei der Deutschen Grammophon sowie Mendelssohns "Elias" bei RCA Red Seal zu nennen. Das Label querstand veröffentlichte eine CD-Box mit Leipziger Konzertmitschnitten aus den Jahren 1998 bis 2005; im Rahmen einer geplanten Gesamtaufnahme der Symphonien von Anton Bruckner liegen bislang die Symphonien Nr. 5, 6, 7 und 8 vor, in der aktuellen Saison werden die Symphonien Nr. 3 und 4 veröffentlicht.
 
Herbert Blomstedt, der im Jahr 2012 seinen 85. Geburtstag begeht, ist ein gewähltes Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie und mehrfacher Ehrendoktor. 2003 erhielt er aus der Hand von Bundespräsident Johannes Rau das "Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland".

Sie können diese Biographie hier als pdf herunterladen.