Violine
„Midori […] ist eine Vollblutkünstlerin, die weiß, was sie will.“ New York Times
Midori ist eine der ganz großen Geigerinnen unserer Tage. Ihre Künstlerpersönlichkeit darf man wohl getrost als einmalig bezeichnen: eine Denkerin mit gesellschaftlichem Engagement und Psychologiestudium, gerühmt für die atemberaubende, intensive musikalische Zwiesprache mit ihrem Publikum, unermüdlich rund um den Erdball unterwegs zu den großen Orchestern, Kammermusikpodien und ihren sozialen Projekten. Im September 2007 ernannte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, Midori zur Botschafterin des Friedens.
In der Saison 2011/12 wird Midori in zwölf Ländern auf vier Kontinenten konzertieren. In Deutschland tritt sie in Hamburg, Berlin, Dresden, Freiburg und beim MDR Sinfonieorchester in Leipzig auf, um nur einige zu nennen. Desweiteren wird sie beim City of Birmingham Symphony Orchestra und Andris Nelsons, Royal Danish Orchestra und John Storgårds, Royal Liverpool Orchestra mit Vasily Petrenko, Czech Philharmonic unter Petr Altrichter, Minnesota Orchestra und Osmo Vänskä, National Symphony Orchestra unter Christoph Eschenbach und mit mehreren Konzerten in Spanien zu Gast sein. In der Saison 2012-13 feiert Midori ihr 30. Bühnenjubiläum mit einer Reihe von Sonderkonzerten.
Ihre Konzertaktivität ergänzt Midori durch ihr Engagement für Bildung und gemeinnützige Initiativen. Nunmehr im achten Jahr ihrer Tätigkeit am Jascha Heifetz Chair der Thornton School an der University of Southern California und im fünften als Vorsitzende der dortigen Streicherabteilung widmet sie sich dort sowohl den Aufgaben als Professorin als auch den administrativen Angelegenheiten. Dazu gesellen sich ihre vier gemeinnützigen Organisationen: Midori & Friends, Partners in Performance, Orchestra Residencies Program und Music Sharing. Für ihr weltweites soziales Engagement wurde Midori 2012 mit dem renommierten Crystal Award des World Economic Forum in Davos ausgezeichnet.
Die erste Organisation, die sie in Reaktion auf die Kürzungen im musikpädagogischen Bereich an den Schulen in New York City gründete, war 1992 Midori & Friends. Was mit einzelnen Besuchen in Schulen benachteiligter Stadtviertel begann, wuchs zu einem mehrstufigen 26-Wochen-Kurs mit Instrumentalunterricht, Musiktheorie, Chorgesang und kleinen Konzerten für Schüler heran. Über 190.000 Kinder in allen New Yorker Stadtteilen konnten in den letzten 20 Jahren von diesem Programm profitieren (www.midoriandfriends.org).
In der Überzeugung, dass Kammermusik in kleinen Gemeinden, die zumeist abseits der Tourneeorte liegen, jede Unterstützung verdient, rief Midori in den USA mit dem Avery-Fisher-Preisgeld die gemeinnützige Organisation Partners in Performance ins Leben (2001). Die Kammermusikorganisation, die den Zuschlag erhält, gewinnt u.a. ein Rezital mit Midori zu einem sehr reduzierten Preis. Inzwischen nehmen auch andere Künstler an dem Programm teil. 2011/12 werden Aufführungen in Morehead, Kentucky und Melbourne, Florida stattfinden (www.pipmusic.org).
Seit der Saison 2004/05 gibt es das Orchestra Residencies Program, bei welchem Midori eine Woche mit einem Jugendorchester verbringt, das Verbindungen zu einem kleinen professionellen Orchester unterhält. Sie tritt mit beiden Orchestern auf und unterrichtet die jungen Musiker, nimmt an Konzerten teil und arbeitet mit beiden, um das gemeinschaftliche Kunstbewusstsein zu stärken. „ORP“ gab es bereits in Costa Rica, Bulgarien, Alaska, Minnesota, North Dakota, Iowa, New Mexico, South Dakota, Vermont, North Carolina, Illinois, Alabama, Montana, Tennessee und Iowa, in der Saison 2011/12 sind Orchestra Residencies in Peru, Virginia und Oregon geplant.
In Tokio hat Midori 2002 eine Organisation namens Music Sharing gegründet, die sich auf Instrumental- und Theorieunterricht für zum Teil behinderte Kinder und Jugendliche konzentriert, die an westlicher, klassischer sowie an der traditionellen japanischen Musik interessiert sind. Die international ausgewählten Teilnehmer arbeiten vor Ort in Schulen, Krankenhäusern und Jugendeinrichtungen und legen ihren Schwerpunkt auf intensive Zusammenarbeit mit dem Publikum. Während ihrer Music Sharing- und Rezitaltournee im Frühjahr 2011 besuchte Midori zwei Evakuierungszentren in der Präfektur Fukushima um den vielen japanischen Familien, die wegen der Erdbeben und Tsunami im März 2011 nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten, Unterstützung anzubieten. 2006 fand das Programm (International Community Engagement Program - ICEP), erstmalig außerhalb Japans statt: in Vietnam; 2007 in Kambodscha, 2008 in Indonesien, 2009 in der Mongolei und 2010 in Laos.
Midoris Begeisterung für die zeitgenössische Musik hat sich zu einem bedeutenden und anhaltenden Engagement entwickelt. Im Laufe der Jahre hat sie von Werke für Violine solo ebenso wie große Konzerten in Auftrag gegeben. Seit 2006 gibt es ein neues Projekt mit Midori und Vadim Repin, das Midori/Repin Commissioning Project. Für Meet the Composer werden von einzelnen Spendern Solokompositionen von je vier Minuten Länge in Auftrag gegeben, die von Midori und Repin als Zugaben bei Konzerten und anderen Veranstaltungen aufgeführt werden. Midori hat bereits Komponisten wie Lee Hyla, Rodion Shchedrin, Krzysztof Penderecki, Derek Bermel, Brett Dean, Einojuhani Rautavaara, Michael Hersch und Pierre Jalbert beautragt, neue Werke zu schreiben. In der nächsten Zeit wird Midori Stücke von Peter Eötvös und Johannes Maria Staud uraufführen.
Ihre erste Aufnahme machte Midori mit 14 Jahren für Philips: Werke von Bach und Vivaldi mit dem St. Paul Chamber Orchestra unter Pinchas Zukerman. Alle folgenden Aufnahmen sind bei Sony Classical erschienen. Dort wurde Anfang 2008 ihre CD mit Sonaten von Bach und Bartók veröffentlicht, im Juli 2008 folgte The Essential Midori. 2003 wurde ihre Live-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern unter Mariss Jansons mit den Violinkonzerten von Bruch und Mendelssohn veröffentlicht – diese Aufnahme erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, ebenso wie ihre CD von 2002 mit Robert McDonald, French Sonatas. Auf der ersten SACD, die Sony jemals herausgebracht hat, ist Midoris Einspielung der Sinfonia Concertante von Mozart mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Christoph Eschenbach zu hören. 2002 erschien Sonys Beitrag zu Midoris 20jährigem Bühnenjubiläum: das 20th Anniversary Album. Die Liveaufnahme ihres Carnegie-Hall-Debüts vom Oktober 1990 gibt es auf CD und DVD.
2004 erschien Midoris Autobiographie „Einfach Midori“ im Henschel Verlag.
Midori wurde 1971 in Osaka geboren und begann bereits im frühesten Alter, Geige zu spielen, zunächst unter der Anleitung ihrer Mutter. 1982, als Zubin Mehta sie das erste Mal spielen hörte, lud er sie als Überraschungssolistin für das traditionelle Silvesterkonzert des New York Philharmonic ein, bei welchem sie standing ovations erhielt und das den Grundstein für eine großartige Karriere legte.
Midori lebt in Los Angeles. 2000 schloss sie ein Studium der Psychologie und Gender Studies mit dem Bachelor an der New York University ab, dem 2005 der Magistertitel in Psychologie folgte. Midori spielt eine Guarnerius del Gesù 'ex-Huberman' von 1734. Ihre vier Bögen stammen aus den Häusern Dominique Peccatte, François Peccatte und Paul Siefried.
Besuchen Sie auch www.gotomidori.com.
Sie können die Biographie hier als pdf herunterladen.
Folgen Sie Midori auf Facebook!