Omer Meir Wellber

Dirigent

Omer Meir Wellber wurde 1981 in Be’er Sheva, Israel geboren und gilt heute als einer der talentiertesten jungen Dirigenten. In den vergangenen Jahren hat er erfolgreich bei zahlreichen Orchestern debütiert, darunter das London Philharmonic Orchestra, das Gewandhausorchester zu Leipzig, das Bayerische Staatsorchester, das Pittsburgh Symphony Orchestra, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Sveriges Radios Symfoniorkester sowie das Orchester RAI Turin. Außerdem ist er regelmäßiger Gastdirigent an der Israeli Opera, der Semperoper Dresden, der Bayerischen Staatsoper München und am La Fenice Venedig. Seit 2009 ist er Musikdirektor des 1991 für die Integration von jüdischen Emigranten in Israel gegründete Raanana Symphonette Orchestra.

Omer Meir Wellber wird die Saison 2016/17 an der Semperoper Dresen mit Richard Strauss‘ Salome eröffnen. Ende Oktober dirigiert er die Staatskapelle Dresden mit der Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Oratorium „Über Liebe und Hass“. Des Weiteren steht er erstmalig am Pult des Tonhalle-Orchesters Zürich, Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, Royal Scottish National Orchestras, Orchestre National de Lyon sowie des Sao Paolo Symphony Orchestras. Im Januar 2017 wird er am Teatro La Fenice Wagners Tannhäuser dirigieren. Im März 2017 kehrt er an die Bayerische Staatsoper zurück, wo er die Neuproduktion von Giordanos Andrea Chenier leiten wird (Regie: Philipp Stölzl). An der Semperoper wird er im April 2017 die einmalig stattfindenden Mozart-Tage begleiten u.a. mit den Dirigaten des Mozart-Da Ponte-Zyklus‘ Così fan tutte, Le nozze di Figaro und Don Giovanni.

Wellber eröffnete mit Boitos Mefistofele die Saison 2015/16 an der Bayerischen Staatsoper mit René Pape in der Titelrolle. Im Januar 2016 dirigierte er Konzerte mit der Geigerin Midori und dem Orchestra del Teatro La Fenice in Venedig, Baden-Baden, Eindhoven und Dortmund. Anlässlich der Residency des Israel Philharmonic Orchestras bei den Dresdner Musikfestspielen im Mai 2016 leitete er alle drei Konzerte des Orchesters, darunter u.a. Mahlers 8. Symphonie in der Dresdner Kreuzkirche. Im Juli 2016 stand er anlässlich der Münchner Opernfestspiele mit Mefistofele erneut am Pult des Bayerischen Staatsorchesters. Die Produktion wird 2017 auf DVD erscheinen (Unitel).

Von 2010 bis 2014 war Omer Meir Welllber Music Director am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia, wo er Sinfoniekonzerte sowie Opernaufführungen dirigierte, darunter Tschaikowskis Eugen Onegin – auf DVD erschienen bei C Major –, Mussorgskys Boris Godunov, das Manuel de Falla-Doppel La vida breve und El amor brujo sowie Verdis I due Foscari mit Plácido Domingo. Im Juni 2013 leitete er mit großem Erfolg die Jubiläums-Aida in der Arena di Verona in einer Inszenierung von La Fura dels Baus. Eine DVD der Produktion wurde 2014 von BelAir classiques veröffentlicht. Sein Debüt an der Semperoper Dresden mit Strauss‘ Daphne (2010) führte zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Opernhaus und der Staatskapelle Dresden: Im Jahr 2014 dirigierte Wellber Strauss‘ Ariadne auf Naxos sowie eine konzertante Version von Guntram und eröffnete einen Mozart/Da Ponte-Zyklus mit Così fan tutte, inszeniert von Andreas Kriegenburg. Von den Wiener Festwochen wurde er im Rahmen eines dreijährigen Projekts mit der Leitung von Verdis trilogia popolare betraut: Rigoletto (2011), La Traviata (2012) und Il Trovatore (2013). Neben seinen Engagements an der Scala, dem Teatro Massimo in Palermo oder der Berliner Staatsoper war er Gastdirigent zahlreicher Symphoniekonzerte beim Orchestre de Paris, der Filarmonica della Scala, der NDR Radiophilharmonie in Hannover oder dem hr-Sinfonieorchester in Frankfurt.

Zwischen 2008 und 2010 assistierte er Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie an der Mailänder Scala. Er dirigierte mit großem Erfolg bei Publikum und Presse Aida beim Gastspiel der Scala an der Israeli Opera. Danach folgten Bizets Carmen an der Staatsoper Berlin, sein erstes Konzert am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia, ein Konzert beim Maggio Musicale Fiorentino, Strauss’ Salome als Einspringer für Seiji Ozawa beim Saito Kinen Festival in Matsumoto, eine mit großem Beifall aufgenommene Neuproduktion von Strauss’ Daphne an der Semperoper Dresden, Puccinis Tosca an der Berliner Staatsoper und Sinfoniekonzerte in Verona und am Theater La Fenice in Venedig.

Seit 2005 dirigiert Wellber regelmäßig an der Israeli Opera in Tel Aviv, wo er u. a. Verdis La Traviata und La Forza del Destino, Puccinis Turandot und Madama Butterfly, Donizettis L’Elisir d’Amore, Mozarts Così fan tutte und Die Zauberflöte, Boitos Mefistofele, Gounods Faust und Janaceks Schlaues Füchslein leitete. Im Februar 2007 dirigierte Wellber in Peking ein Galakonzert mit dem Beijing Philharmonic Orchestra. Kurz darauf gab er sein Debüt beim Israel Philharmonic Orchestra. Im Oktober 2008 folgte Verdis Aida am Teatro Verdi in Padova – wofür er von der italienischen Zeitschrift Classic Voice als eine der künstlerischen Neuentdeckungen des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde.

Omer Meir Wellber ist seit 2013 Botschafter der Non-Profit-Organisation Save a Child’s Heart. Die in Israel ansässige und weltweit tätige Organisation kümmert sich um die Behandlung herzkranker Kinder aus Entwicklungsländern sowie um die Ausbildung von Ärzten vor Ort.
Er ist weiterhin Initiator und Mitbegründer des Education-Projekts Sarab – Strings of Change, welches jungen Beduinen – eine der ärmsten und benachteiligtesten Gruppierungen in Israel – in der Wüste Negev mit musikalischer Ausbildung neue Perspektiven eröffnen will. Dank der großzügigen Unterstützung zweier privater Stiftungen erhielten im Januar 2015 erstmals junge Beduinen in einer Grundschule in Rahat Musikunterricht.

Im Februar 2017 veröffentlichte Omer Meir Wellber gemeinsam mit der Publizistin Inge Kloepfer sein erstes Buch: In „Die Angst, das Risiko und die Liebe – Momente mit Mozart“ lässt er die Leser an seinem Zugang zu Mozarts Musik am Beispiel der drei Opern Don Giovanni, Die Hochzeit des Figaro und Così fan tutte teilhaben. Er ordnet die drei Meisterwerke drei großen Lebensthemen zu, die ihn besonders bewegen: der Angst, dem Risiko und der Liebe. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen und sehr persönlichen Buch entstand während der intensiven Beschäftigung mit den drei Mozart-Opern anlässlich eines Zyklus‘ an der Dresdner Semperoper.
Das Buch ist im Ecowin-Verlag Salzburg-München als Hardcover und E-Book erschienen.

 

Wellber begann seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren mit Akkordeon und Klavier. Da er sich auch für Komposition interessierte, erhielt er ab seinem zehnten Lebensjahr bei Tania Taler Unterricht. Anschließend wurde bis 2004 Michael Wolpe sein Lehrer. Bereits 1999 machte er am Be’er Sheva Konservatorium seinen Abschluss. Seitdem werden seine Werke sowohl in Israel als auch im Ausland von Orchestern und Ensembles aufgeführt und im Radio übertragen. Anschließend studierte Wellber mit einem Stipendium der American-Israel Cultural Foundation von 2000 bis 2008. Seinen BA machte er an der Jerusalemer Musikakademie bei Eugene Zirlin, seinen Master in der Klasse von Mendi Rodan.

Für eine Liste von Omer Meir Wellbers Repertoire besuchen Sie bitte die Webseite www.omermeirwellber.com

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