Omer Meir Wellber

Dirigent

Omer Meir Wellber gehört zu den führenden Dirigenten für Opern- und Orchesterrepertoire. Er stand am Pult zahlreicher erstklassiger Ensembles weltweit, so etwa beim London Philharmonic Orchestra, dem Gewandhausorchester zu Leipzig,  dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Orchestre National de Lyon, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Orchester RAI Torino und dem Tonhalle-Orchester Zürich. Er ist regelmäßiger Gastdirigent der Semperoper Dresden, der Bayerischen Staatsoper München, von Le Fenice Venedig und der Israeli Opera. Ein Gegenpol zu seinen internationalen Auftritten bildet sein Engagement in seiner Heimat Israel für klassische Musik im Allgemeinen und seine integrativen Projekte im Besonderen.

In der Saison 2017/18 wird Omer Meir Wellber u.a. beim Houston Symphony Orchestra, dem SWR Sinfonieorchester und dem Mahler Chamber Orchestra debütieren. Wiedereinladungen führen ihn nach hoch gelobten Debüts zum Orchestre National de Lyon und zum Tonhalle-Orchester Zürich. Außerdem wird er beim Gewandhausorchester zu Leipzig, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin, dem Sveriges Radios Symfoniorkester, dem WDR-Sinfonieorchester und dem NFM Wroclaw Philharmonic zu Gast sein.

Auch seine langjährigen Verbindungen zur Semperoper Dresden und zur Bayerischen Staatsoper München werden in der Saison 2017/18 fortgeführt. In Dresden wird er für Strauss‘ Salome und Tschaikowskis Eugene Onegin sowie bei Symphoniekonzerten am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden stehen. An der Bayerischen Staatsoper dirigiert er die Premiere von Verdis Les Vêpres siciliennes sowie die Wiederaufnahmen von Bizets Carmen und Boitos Mefistofele. Im Sommer 2018 wird er in Glyndebourne, wo er 2014 mit dem London Philharmonic Orchestra debütierte, die Premiere von Puccinis Madame Butterfly leiten.

Omer Meir Wellbers Engagements der Saison 2017/18 bauen auf seinen bisherigen Erfolgen bei bedeutenden Orchestern und Opernhäusern weltweit auf. 2016/17 debütierte der Dirigent beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Orchestre National de Lyon, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem São Paulo Symphony Orchestra. Im November 2016 dirigierte er die Sächsische Staatskapelle Dresden bei der Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Oratorium Über Liebe und Hass. Im März 2017 leitete er die Premiere von Giordanos Andrea Chenier an der Bayerischen Staatsoper, wo er schon 2015 die Neuproduktion von Mefistofele dirigiert hatte. Seine Engagements an der Semperoper im Jahr 2017 umfassten u.a. die Dirigate des Mozart-Da Ponte-Zyklus‘ Così fan tutte, Le nozze di Figaro und Don Giovanni im Rahmen der einmalig stattfindenden Mozart-Tage. Dieser Mozart-/Da Ponte-Zyklus entstand zwischen 2014 und 2016 als drei Neuproduktionen (Regie: Andreas Kriegenburg und Johannes Erath), jeweils in der Leitung von Omer Meir Wellber. Im Januar desselben Jahres dirigierte er am Teatro La Fenice Wagners Tannhäuser. 2016 stand er dort zudem für ein Konzert mit der Geigerin Midori am Pult des Orchestra del Teatro della Fenice, das Teil einer Europa-Tournee mit dem Orchester war.

Von 2010 bis 2014 war Omer Meir Wellber Music Director am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Während der Intendanz von Luc Bondy wurde er von den Wiener Festwochen im Rahmen eines dreijährigen Projekts mit der Leitung von Verdis trilogia popolare betraut: Rigoletto (2011), La Traviata (2012) und Il Trovatore (2013). 2011 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper mit La Traviata und im Jahr 2010 begann seine Zusammenarbeit mit der Semperoper Dresden, wo er seitdem u.a. Strauss’ Daphne, Ariadne auf Naxos und eine konzertante Aufführung von Guntram dirigierte.

Zwischen 2008 und 2010 assistierte Omer Meir Wellber Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie an der Mailänder Scala. Er dirigierte mit großem Erfolg bei Publikum und Presse Verdis Aida beim Gastspiel der Scala an der Israeli Opera. 2010 dirigierte er Strauss’ Salome als Einspringer für Seiji Ozawa beim Saito Kinen Festival in Matsumoto. Weitere frühere Engagements des Dirigenten umfassen das Teatro Massimo in Palermo, das Orchestre de Paris, die NDR Radiophilharmonie in Hannover, das hr-Sinfonieorchester in Frankfurt, das Beijing Philharmonic Orchestra, die Filharmonica della Scala, ein Konzert beim Maggio Musicale Fiorentino und sein hochgelobtes Dirigat von Aida in der Arena di Verona.

Trotz seiner weltweiten Engagements pflegt Omer Meir Wellber eine enge Verbindung zu Ensembles in seiner Heimat Israel. Seit mehr als zehn Jahren ist er regelmäßiger Gastdirigent an der Israeli Opera in Tel Aviv, wo er u.a. Aufführungen von Verdis La Forza del Destino, Puccinis Turandot und Madama Butterfly, Donizettis L’Elisir d’Amore, Mozarts Die Zauberflöte, Gounods Faust und Janaceks Schlaues Füchslein leitete. 2007 debütierte er beim Israel Philharmonic Orchestra und leitete 2016 dessen Residency bei den Dresdner Musikfestspielen.

Omer Meir Wellber nutzt Musik in Israel immer wieder als ein Mittel für sozialen Wandel. Seit 2009 ist er Musikdirektor der 1991 für die Integration von jüdischen Emigranten in Israel gegründeten Raanana Symphonette. Er ist weiterhin Gründer und musikalischer Leiter des Education-Projekts Sarab – Strings of Change. Ganz der Bedeutung von „Sarab“ – des arabischen Wortes für „Oase“ – entsprechend eröffnet dieses Projekt jungen Beduinen, die eine der ärmsten und benachteiligsten Gruppierungen in Israel darstellen, in der Wüste Negev mit musikalischer Ausbildung neue Perspektiven. Auf diese Weise fördert er zugleich die Kommunikation und Kollaboration zwischen Beduinen und der jüdischen Gemeinschaft. Omer Meir Wellber ist zudem Botschafter der Non-Profit-Organisation Save a Child’s Heart, einer in Israel ansässigen Organisation, die sich um die Behandlung herzkranker Kinder aus Entwicklungsländern sowie um die Ausbildung von Ärzten vor Ort kümmert. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit verschiedenen Institutionen in Outreach-Programmen zusammen und fördert die nächste Dirigenten-Generation durch Workshops, Kurse und Besuche an Hochschulen.

Omer Meir Wellber veröffentlichte im Frühjahr 2017 sein Buch „Die Angst, das Risiko und die Liebe – Momente mit Mozart“. Gemeinsam mit der Publizistin Inge Kloepfer verfasst, präsentiert er in diesem seinen persönlichen Zugang zu den universellen Emotionen, die in den drei Mozart/Da Ponte-Opern Così fan tutte, Le nozze di Figaro und Don Giovanni verhandelt werden. Die Buch-Veröffentlichung reiht sich ein in eine multimediale Publikationsliste: eine DVD-Aufnahme von Mefistofele, 2016 bei den Münchner Opernfestspielen mit dem Bayerischen Staatsorchester aufgenommen  (Unitel 2016), eine DVD seiner erfolgreichen Jubiläums-Aida in der Arena di Verona (BelAir classiques 2014) und eine DVD von Eugene Onegin (C Major 2013), die während seiner Zeit am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia entstanden ist.

1981 in Be’er Sheva geboren, begann Omer Meir Wellber seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren mit Akkordeon und Klavier. Er erhielt ab seinem zehnten Lebensjahr Kompositionsunterricht bei Tania Taler. Anschließend wurde Michael Wolpe bis 2004 sein Lehrer. 1999 machte er am Be’er Sheva Konservatorium seinen Abschluss. Anschließend studierte Omer Meir Wellber Dirigieren und Komposition mit einem Stipendium der American-Israel Cultural Foundation von 2000 bis 2008 an der Jerusalem Music Academy bei Eugene Zirlin und Mendi Rodan. Seine Werke werden sowohl in Israel als auch international von Orchestern und Ensembles aufgeführt und im Radio übertragen.

Für eine Liste von Omer Meir Wellbers Repertoire besuchen Sie bitte die Webseite www.omermeirwellber.com