Midori

Violine

„Midori ist eine Vollblutkünstlerin, die weiß, was sie will.“ New York Times

Midori ist eine der ganz großen Geigerinnen unserer Tage. Ihre Künstlerpersönlichkeit darf man wohl getrost als einmalig bezeichnen: eine Denkerin mit gesellschaftlichem Engagement und Psychologiestudium, gerühmt für die atemberaubende, intensive musikalische Zwiesprache mit ihrem Publikum, unermüdlich rund um den Erdball unterwegs zu den großen Orchestern, Kammermusikpodien und ihren sozialen Projekten. 2007 ernannte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, Midori zur Botschafterin des Friedens.
Diese Saison ist Midori u.a. zu Gast beim Philadelphia Orchestra, Pittsburgh Symphony Orchestra, Montreal Symphony Orchestra und mit Kammermusik in u.a. Kaiserslautern, Halle, Elmau, Graz und Wien zu hören. In der Saison 2015-16 spielte sie u.a. mit der Kammerakademie Potsdam und ging mit der Filarmonica Teatro La Fenice und Omer Meir Wellber auf Tournee ins Festspielhaus Baden-Baden und ins Konzerthaus Dortmund. Sie präsentierte Bachs Solowerke bei verschiedenen Sommerfestivals und nahm sie für eine 2017 bei Arte, NHK und Arte Concert erscheinende Dokumentation im Köthener Schloss auf. Weitere Höhepunkte der letzten Spielzeiten waren Midoris 30jähriges Bühnenjubiläum, ihre erstmaligen Auftritte in Island, Indien und Südafrika, die Uraufführungen der ihr gewidmeten Violinkonzerte DoReMi von Peter Eötvös und Oskar (Towards a Brighter Hue II) von Johannes Maria Staud sowie Hindemiths Violinkonzert mit dem NDR-Sinfonieorchester und Christoph Eschenbach, dessen Aufnahme 2013 einen Grammy erhielt.
Ihre Konzertaktivität ergänzt Midori durch ihr Engagement für Bildung und gemeinnützige Initiativen. Zudem widmet sie sich im nunmehr elften Jahr ihrer Tätigkeit am Jascha Heifetz Chair der Thornton School an der University of Southern California  und im achten als Vorsitzende der dortigen Streicherabteilung sowohl den Aufgaben als Professorin als auch den administrativen Angelegenheiten. Dazu gesellen sich eine Gastprofessur an der Soai University in Osaka und ihre vier Organisationen Midori & Friends, Partners in Performance, Orchestra Residencies Program und Music Sharing. 1992, im Alter von nur 21 Jahren, begann Midori mit ihrer gemeinnützigen Arbeit, zunächst, um Musik in unterprivilegierte Stadtteile in den USA und Japan zu bringen.  Was mit einzelnen persönlichen Auftritten in Schulklassen und Krankenhäusern begann, ist in den letzten 24 Jahren zu vier verschiedene Organisationen herangewachsen, deren Bedeutung weltweit zu spüren ist.

Ihre Stiftung Midori & Friends versorgt New Yorker Schulkinder mit einem mehrstufigen, 26wöchigen Kurs mit Musikunterricht und Auftritten in der Stadt (www.midoriandfriends.org). Für Partners in Performance geben Midori, der Pianist Jonathan Biss und andere Künstler Rezitale in kleinen US-Gemeinden. Im Rahmen des Orchestra Residencies Program ist Midori für je eine Woche bei einem von zwei mittels einer Ausschreibung ausgewählten Jugendorchestern zu Gast (http://www.gotomidori.com/projects/). Für Music Sharing reist Midori in japanische Schulen, Krankenhäuser und andere Institutionen, um mit Workshops und Aufführungen sowohl traditionelle japanische Musik als auch westliche klassische Musik zu vermitteln. Von Orchestra Residencies Program und Music Sharing gibt es mittlerweile internationale Satelliten-Programme z.B. in Costa Rica, Bulgarien, Mongolei, Brasilien und Kambodscha. Die grundlegende Idee von Midoris sozialem Engagement ist es, dass die Freude an der Musik allen Menschen zugänglich sein sollte. Für ihr weltweites soziales Engagement wurde sie 2012 mit dem renommierten Crystal Award des World Economic Forum in Davos ausgezeichnet.

Midoris Begeisterung für die zeitgenössische Musik hat sich zu einem bedeutenden und anhaltenden Engagement entwickelt. Im Laufe der Jahre hat sie Werke für Violine solo ebenso wie große Konzerte in Auftrag gegeben, an Komponisten wie Rodion Shchedrin, Krzysztof Penderecki, Brett Dean, Einojuhani Rautavaara, Michael Hersch oder auch  Peter Eötvös und Johannes Maria Staud.

2015 veröffentlichte sie ihre Aufnahmen der Solosonaten und -partiten von Bach (Onyx) und 2016 Peter Eötvös‘ DoReMi (Alpha). 2013 wurden zwei neue CDs von Midori veröffentlicht: Hindemiths Violinkonzert mit dem NDR-Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach (Ondine) – ausgezeichnet mit einem GRAMMY 2013 – und Sonaten von Schostakowitsch, Janáček und Bloch mit ihrem Klavierpartner Özgür Aydin (Onyx). In ihrer umfangreichen Diskographie finden sich 14 CDs für Sony Classical sowie zwei für Philips.

2004 erschien Midoris Autobiographie „Einfach Midori“ im Henschel Verlag; 2012 folgte die erweiterte Neuauflage.

Midori wurde 1971 in Osaka geboren und begann bereits im frühesten Alter, Geige zu spielen, zunächst unter der Anleitung ihrer Mutter. 1982, als Zubin Mehta sie das erste Mal spielen hörte, lud er sie als Überraschungssolistin für das traditionelle Silvesterkonzert des New York Philharmonic ein, bei welchem sie standing ovations erhielt und das den Grundstein für eine großartige Karriere legte.

Midori lebt in Los Angeles. 2000 schloss sie ein Studium der Psychologie und Gender Studies mit dem Bachelor an der New York University ab, dem 2005 der Magistertitel in Psychologie folgte. Sie ist Mitglied der American Academy of Arts & Sciences und hält eine Ehrendoktorwürde an der Yale University.

Sie spielt eine Guarnerius del Gesù ‚ex-Huberman‘ von 1734. Ihre vier Bögen stammen aus den Häusern Dominique Peccatte, François Peccatte und Paul Siefried.

Besuchen Sie auch www.gotomidori.com. Sie können diese Biographie hier als pdf herunterladen.

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