Esa-Pekka Salonen

Dirigent/Komponist

Mit der Spielzeit 2012/2013 beginnt der Komponist und Dirigent Esa-Pekka Salonen seine fünfte Saison als Principal Conductor and Artistic Advisor des Philharmonia Orchestra London. Zuvor war er 17 Jahre Music Director des Los Angeles Philharmonic Orchestra, dessen Ehrendirigent er seit 2009 ist.

Wegweisende, multidisziplinäre Projekte prägen Esa-Pekka Salonens künstlerische Zusammenarbeit mit dem Philharmonia Orchestra – gemeinsam widmen sie sich der Musik bedeutender Komponisten des 20. Jahrhunderts sowie musikalischer Strömungen in ihrem kulturellen, sozialen und historischen Kontext. Mit „Woven Words: Music begins where words end“ – einem europaweiten Portrait von Salonens Lehrer und Mentor Witold Lutosławski – wird das Philharmonia Orchestra 2013 dem 100. Geburtstag des Komponisten gedenken. Das Jahr 2013 steht für ein weiteres hundertjähriges Jubiläum – der Uraufführung von Strawinskys Ballett Le Sacre du Printemps. Esa-Pekka Salonen leitet das Philharmonia Orchestra in Aufführungen des Werkes am Théâtre des Champs-Élysées in Paris (Ort der Uraufführung 1913) sowie in der Royal Festival Hall in London, fast genau 100 Jahre nach dem Tag der Uraufführung. Im Herbst 2012 gehen Salonen und das Philharmonia Orchestra auf eine ausgedehnte Tournee durch die USA, mit einer Residency an der University of California in Berkeley.

Esa-Pekka Salonens Zusammenarbeit mit dem Philharmonia Orchestra begann im September 1983, als er im Alter von 25 Jahren sein Londoner Debüt gab: Sein kurzfristiges Einspringen bei einem Konzert des Philharmonia Orchestra ist inzwischen legendär. Von 1985 bis 1994 war Salonen Erster Gastdirigent des Philharmonia Orchestra und blieb dem Orchester auch darüber hinaus durch Gastdirigate verbunden. Eines der ambitioniertesten und wichtigsten Projekte des Orchesters in dieser Zeit wurde unter Salonens künstlerischer Leitung verwirklicht: Von Clocks and Clouds (Ligeti, 1996) zu Related Rocks (Magnus Lindberg, 2001/02).

Auch Salonens Wirken im Opernfach geht weit über die Grenzen des gängigen Repertoires hinaus und reicht von Wagner bis Saariaho. 2013 wird er eine neue Produktion von Strauss‘ Elektra unter der Regie von Patrice Chéreau beim Festival Aix-en-Provence leiten. Eine frühere Zusammenarbeit von Salonen und Chéreau führte zu Aufführungen von Janáčeks Aus einem Totenhaus, welche nach der Premiere in der Metropolitan Opera in New York 2009 als „das Opernevent des Jahres“ gefeiert wurde. Die Aufführung von Elektra 2013 ist eine Koproduktion von La Scala, Mailand und der Metropolitan Opera in New York, wo sie auch in kommenden Spielzeiten unter seinem Dirigat zu sehen sein wird.

Esa-Pekka Salonen ist Artistic Director und Mitbegründer des Baltic Sea Festivals, das jedes Jahr renommierte Orchester, Dirigenten und Solisten einlädt und die Einheit und das ökologische Bewusstsein der baltischen Staaten in den Mittelpunkt stellt. Im Sommer 2012 wird er seine einzigartige und vielfach gefeierte Produktion von Wagners Tristan und Isolde zusammen mit dem Finnish Radio Symphony Orchstra aufführen. Die Koproduktion von Regisseur Peter Sellars und Videokünstler Bill Viola feierte 2004 in Los Angeles Premiere und wird auch im Rahmen des Helsinki Festivals im August 2012 zu sehen sein.

Neben seiner Tätigkeit als Dirigent steht Esa-Pekka Salonens Name auch für einen Komponisten, dessen Werke weltweit aufgeführt werden. Seine Kompositionen Floof und LA Variations sind inzwischen zu modernen Klassikern avanciert. Sein Violinkonzert gewann 2012 den Grawemeyer Award der University of Louisville. Es wurde 2009 von Leila Josefowicz und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra uraufgeführt und war seitdem bei zahlreichen Konzerten sowohl in Europa als auch in den USA zu hören. In drei großen Retrospektiven seiner Arbeit (kürzlich beim Festival Présences Paris im Februar 2011, beim Stockholm International Composer Festival im Oktober 2004 und bei Musica Nova, Helsinki im März 2003) wurden seine Werke mit großem Erfolg aufgeführt. Salonen hat zahlreiche Werke für Symphonieorchester geschrieben, darunter Foreign Bodies (2001), ein Auftragswerk des Finnish Radio Symphony Orchestra und Insomnia (2002), ein Auftragswerk der Suntory Hall, Tokio und des Norddeutschen Rundfunks Hamburg. Seine Komposition Wing on Wing, das der Walt Disney Concert Hall gewidmet ist, brachte Salonen im Juni 2004 zur Uraufführung. Im Februar 2007 dirigierte Salonen das New York Philharmonic Orchestra in der Uraufführung seines ersten Klavierkonzertes, das Yefim Bronfman gewidmet ist. Das Konzert wurde vom New York Philharmonic, BBC, Radio France und NDR Hamburg in Auftrag gegeben. Esa-Pekka Salonens Werke werden exklusiv bei Chester Music verlegt.

Neue Aufnahmen im Jahr 2012 mit Salonens Kompositionen sind die Einspielung seines Violinkonzerts mit Leila Josefowicz bei Deutsche Grammophon sowie eine Aufzeichnung seines Orchesterwerks Nyx mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra. Eine CD mit fünf seiner Orchesterwerke ist verfügbar bei Sony. Die Deutsche Grammophon brachte eine Portrait-Aufnahme seiner Orchesterwerke heraus, eingespielt mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung des Komponisten, sowie eine CD mit Salonens Klavierkonzert und seinen Komposition Helix und Dichotomie. Eine zweite CD mit dem Los Angeles Philharmonic und Yefim Bronfman (der auch das Klavierkonzert im Februar 2007 in New York uraufführte) wurde 2009 für einen Grammy nominiert.

Zusätzlich zu Aufnahmen seiner eigenen Kompositionen hat Salonen zahlreiche CDs eingespielt. Neuerscheinungen bei Deutsche Gramophon im Jahr 2012 beinhalten u.a. eine Ersteinspielung des kürzlich entdeckten Prologs zu Schostakowitschs Oper Orango mit dem Los Angeles Philharmonic sowie eine Einspielung der wichtigsten Werke Henri Dutilleuxs mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France in Anwesenheit des Komponisten. Im September 2009 begann die Zusammenarbeit mit Signum, dem Label des Philharmonia Orchestra, mit der Veröffentlichung einer Liveaufnahme von Schönbergs Gurreliedern. Zu weiteren Neuerscheinungen bei diesem Label zählen unter anderem Mahlers Sechste und Neunte Symphonie sowie Berlioz‘ Symphonie Fantastique. Bei der Deutschen Grammophon erschien eine DVD mit Saariahos L’amour de loin (mit der Finnischen Nationaloper) sowie zwei CDs mit Hélène Grimaud und Werken von Pärt und Schumann. Salonens erste gemeinsame Aufnahme mit dem Los Angeles Philharmonic für die Deutsche Grammophon, Strawinskys Le Sacre du Printemps, erschien im Oktober 2006, wurde im Dezember 2007 für einen Grammy nominiert und ist die erste CD, die in der Walt Disney Concert Hall aufgenommen wurde. Mit Sony Classical hat Salonen zahlreiche Werke eingespielt: von Mahler und Revueltas bis hin zu Magnus Lindberg und seinen eigenen Werken.

Im September 2010 begann Esa-Pekka Salonen seine dreijährige Residency am Konzerthaus Dortmund. Unter dem Titel „Expedition Salonen“ ist er als Exklusivkünstler in mehreren Konzerten und Veranstaltungen präsent.  In Dortmund war er mit dem Philharmonia Orchestra, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie als Teil der äußerst erfolgreichen digitalen Installation Re-Rite mit dem Philharmonia Orchestra im Herbst 2011 zu Gast.

Salonens Engagement für den Einsatz von Technik, digitalen Plattformen und der Ansprache neuer Publikumsschichten fand seine Umsetzung in verschiedenen innovativen Projekten. Gemeinsam mit dem Digital-Team des Philharmonia Orchestra entwickelte er 2012 Universe of Sound, eine riesige, interaktive Installation, die im Juni im Science Museum London zu Gast sein wird. Universe of Sound ist das Nachfolgeprojekt der preisgekrönten Installation RE-RITE, die 2009 in London eröffnet wurde, in Portugal, China, der Türkei und Deutschland zu sehen war und im Frühjahr 2013 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Le sacre de printemps nach London zurückkehren wird.

In der Zusammenarbeit mit dem Los Angeles Philharmonic während seiner Zeit als Music Director von 1992 bis 2009 geht sein künstlerischer Einfluss weit über Abonnementkonzerte und internationale Tourneen hinaus. Die Entwicklung von einzigartigen Festivals und Projekten unter seiner künstlerischen Leitung beinhaltete unter anderem die Residency bei den Salzburger Festspielen mit Saint François d’Assise (1992) und die Residency im Théâtre du Châtelet im Rahmen des Strawinsky-Festivals in Paris (1996). Gastdirigate führen ihn regelmäßig zu den Wiener Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem NDR-Sinfonieorchester sowie zum Chicago Symphony und dem New York Philharmonic Orchestra.

Salonen wurde mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Dazu zählen der Grawemeyer Award for Music Composition der University of Louisville 2012 und der UNESCO Rostrum Preis für seine Komposition Floof 1992. Von der Accademia Chigiana erhielt er 1993 als erster Dirigent den Siena Prize, 1995 wurde ihm der Royal Philharmonic Society’s Opera Award und zwei Jahre später der Conductor Award der Society verliehen. 1998 wurde er von der französischen Regierung zum Officier de l’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Im Mai 2003 erhielt er einen Ehrendoktor der Sibelius-Akademie in Finnland und 2005 die Ehrenmedaille der Stadt Helsinki. Von Musical America wurde er zum Musiker des Jahres 2006 gewählt. Im Juni 2009 erhielt Salonen einen Ehrendoktor der Hong Kong Academy of Performing Arts, im April 2010 die Auszeichnung Honorary Member der American Academy of Arts and Sciences, gefolgt von der Ehrendoktorwürde der University of Southern California im Mai 2010. Das Royal College of Music London verlieh ihm im Mai 2011 einen Ehrendoktor.


Sie können die Biographie hier als pdf herunterladen.

Besuchen Sie auch Esa-Pekka Salonens Homepage.