Dresdner Musikfestspiele

Wenngleich die Dresdner Musikfestspiele bereits in den Musen- und Zwingerfesten der sächsischen Kurfürsten historische Vorläufer haben, verdanken sie ihre eigentliche Existenz einem regierungsamtlichen Dekret inmitten des Kalten Krieges. Von Berlin, Hauptstadt der DDR, wurde nämlich vom Zentralkomitee der SED und dem Ministerrat verfügt: »Beginnend 1978 finden in Dresden als jährlich durchzuführendes Musikfestspiel internationalen Ranges Dresdner Musikfestspiele statt!« Tatsächlich funktionierte diese Verfügung »von oben«, und trotz mangelnder Devisen wurde das Festival den geforderten Ansprüchen mehr als gerecht. Weltstars wie Marilyn Horne, René Kollo, Barbara Hendricks, Dietrich Fischer-Dieskau kamen, um einmal in der Musikstadt Dresden aufzutreten oder um gemeinsam mit der »Kapelle« zu musizieren. Geradezu legendär in den Jahren des Eisernen Vorhangs waren die großen Orchestergastspiele: Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado und die Mailänder Scala, Zubin Mehta und das New York Philharmonic Orchestra.

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