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Jan 14, 2011 "Wie weinroter Samt" - Das Takács Quartet gastierte in Hamburg (Januar 2011)

Über das Konzert des Takács Quartet in Hamburg (20. Januar) schrieb das Hamburger Abendblatt:

(…) „Wie weinroter Samt klang das Ensemble, 1975 in Budapest gegründet, die Proportionen zwischen dem Grundzeitmaß und den halsbrecherischen Dreiklangskaskaden in der ersten Geige wirkten sorgfältig abgewogen. (…) Zugleich intonierte das Ensemble, federnd getragen vom Cellisten András Fejér, so blitzsauber, als wollten die Musiker sagen: Hört her, welche Bedeutung die Stimmung für die musikalische Aussage hat! Hinreißend zärtlich geriet ihnen das Trio des Menuetts [Haydns Quartett D-Dur op. 71/2] – und selbst Unisonostellen im fortissimo behielten ihre Grazie.

Besonders deutlich trat das Rhetorische an ihrem Spiel bei Béla Bartóks hochverdichtetem Drittem Streichquartett zutage. (…) – aber es war schlicht beglückend zu erleben, wie sie noch die entrücktesten Spezialeffekte mit Sinn erfüllten. Jedes Glissando war genau platziert, die raffiniert sprachnahen schrägen Notenwerte ergaben Seufzer oder auch ganze Debatten. Und das Ganze boten sie in einer tonlichen Eleganz, der nie etwas Beliebiges innewohnte. (…)

Von den augenzwinkernd gestauten Tanzschritten bis zum erschütternden Aufschrei der ersten Geige im letzten Satz erzählten sie „Aus meinem Leben“, wie das Werk heißt: hörbar atmend und mit Mut zum Materialgeräusch. Wunderbar analog.“
Hamburger Abendblatt, 22. Januar 2011


Als eines der weltweit führenden Streichquartette anerkannt, zeichnet sich das Takács Quartet durch seine Fähigkeit aus, vier ausgeprägte, ausdrucksstarke musikalische Persönlichkeiten zu einem Ensemblespiel zu verschmelzen, das fesselnde, homogene Interpretationen zu gestalten vermag. Das Takács Quartet ist in dieser Saison in Deutschland u. a. mit gleich drei Konzerten bei den Schwetzinger Festspielen zu Gast, geht auf eine ausgesehnte Australien-Tournee und ist wie jede Saison auf den großen Podien Europas zu hören. Dazu gehören dieses Mal Wien, Hamburg, Paris, London, Barcelona, Florenz, Mailand, um einige wenige zu nennen. Hinzu kommen die zahlreichen Konzerte des Ensembles auf dem amerikanischen Kontinent.

Aktuell liegt bei Hyperion eine Schumann-CD vor.