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Nov 24, 2010 "Revolutionärer Haufen" - The Knights auf Tournee im Oktober 2010 (November 2010)

Nachfolgend finden Sie Pressestimmen zur Konzerttournee im Oktober 2010 (Darmstadt, Beethovenfest Bonn, Berlin u.a.):

„The Knights“ haben in ihrer Art und Weise zu spielen mehr von einer Rock- oder Jazzband, als von dem Wesen eines traditionellen Kammerensembles. The Knights versuchen in ihren Konzerten, die gängige Programmpolitik ganz einfach umzustoßen und Klassik mit Rock- und Worldmusik zu kombinieren. Aber Achtung: Das hat nichts mit den Mega-Produktionen eines David Garrett oder André Rieu zu tun. Hier werden qualitativ hochwertige Rockklassiker quasi als zeitgenössische Musik arrangiert und es wird auf verblüffende Weise deutlich, wie nahe diese sogenannten U-Musikstücke  an der ebenso sogenannten E-Musik dran sind. [...]
Unter dem Motto „Go out and have fun“ leben die Knights-Konzerte von einer außerordentlichen Spielbegeisterung, Kommunikationsfreude und Experimentierfreudigkeit. [...] Unter der Leitung von Eric Jacobsen hörte man einen revolutionären Haufen, der die Musik nicht nur von innen nach außen kehrte, sondern sich vor allem durch eine musikalisch brillante Leistung und ein  interpretatorisch schlüssiges Konzept durchsetzte. [...]
The Knights selber sind ein technisch hochrangiges Ensemble, das es ohne Zweifel mit  jedem anderen Orchester aufnehmen kann, hier aber den Vorzug hat, enorm offen und spieltechnisch sowohl mit dem romantischen wie auch dem historischen Stil vertraut zu sein. Das Bonner Publikum reagierte begeistert."
Tagblatt Luxemburg, 12. Oktober 2010

"The Knights sind eine Gründung junger Musiker, auf Initiative von Eric Jacobsen, Dirigent, und seinem Bruder Colin, Konzertmeister. Auf der Homepage werden Freunde und Sponsoren geworben, man weiß, dass man für sein Geld etwas tun muss, interessante Programme spielen etwa. [...] Enorm, welche stilistische Bandbreite allein von den Zugaben abgedeckt wird: Mit welchem musikalischen Verständnis die vierteltönigen Abweichungen der arabischen Melodie getroffen werden, wie sich die Streicher auch auf das Anrühren einer filmmusikalischen Sauce verstehen während der von Kyle Sanna bearbeitete Hendrix dessen experimentelles Gitarrenspiel in einen Streichersatz transformiert. Die Musiker von The Knights , das zeigt sich schnell, verdanken ihre Wirkung einem mitreißenden Gefühl für Rhythmus. Beethovens Siebente gibt ihnen da viel Stoff, und die Kombination einer rhythmischen Struktur mit einer durchaus historisch inspirierten, vibratoarmen Artikulation erzeugt einen Beethoven-Klang von großer Prägnanz. Obwohl die Partitur bis ins letzte Sechzehntel geprobt ist, wird dieser Klang nicht von der Verschmelzung, vom Tutti aus gedacht, sondern von Individuen verantwortet, die sich im Konzert durch ihre Alltagskleidung auch als Individuen darstellen. Dieser Klang hat eine gewisse Rauigkeit, die sich auf den Aufnahmen zuweilen sehr ungewohnt ausnimmt. The Knights sind ein Live-Orchester, es würde ihrer Ästhetik widersprechen, schon im Konzert wie eine abgemischte CD zu klingen. Ihre beiden CDs sind denn auch Live-Aufnahmen. [...]
Am Dienstag spielte er [Jan Vogler] Schostakowitschs erstes Cellokonzert in einer kraftvollen, risikofreudigen Aufführung. Man mag diese Interpretation in ihrer Geradlinigkeit, ihren fröhlich drastischen Orchesterfarben für naiv halten - sie klingt nicht nach dem Schmerzensmann, sondern eher nach einem der vitalsten Musiker des letzten Jahrhunderts. Aber zugleich zeigte diese Aneigung eine uramerikanische Offenheit, eine eklektische Freude an verschiedensten Musikstilen, die den Hörer ansteckt."
Berliner Zeitung, 7. Oktober 2010

"Mit den Knights hat Vogler bereits häufiger zusammengearbeitet. Man ist befreundet und von derselben Idee begeistert. Nämlich Klassik so zu präsentieren wie Pop-Musik und zugleich das klassisch besetzte Ensemble für die Pop-Musik, aber auch für andere Richtung von Jazz über Klezmer bis Welt-Musik zu öffnen.
Das gelang im Telekom Forum ganz wunderbar. Die Zuhörer, darunter viele Jugendliche, waren von Beginn an begeistert.[...] ... und ebenfalls der erste Satz aus Beethovens siebter Sinfonie, den das kleine Orchester unter der Leitung von Eric Jacobsen mit viel Temperament in Szene setzte. "The Knights", das spürte man schon hier, scheinen vor allem eines zu wollen: zeigen, dass jede Art von guter Musik Spaß macht. Der zweite Teil des Programms war dann ein echtes Cross Over, wie man die Verbindung unterschiedlichster Musikstile neudeutsch nennt. Astor Piazzollas "Oblivion" in einem Arrangement für Violine, Violoncello und Orchester. An der Seite von Vogler spielte hier Colin Jacobsen, der Bruder des Dirigenten, der sich auch als glutvoller Solist in dem melancholisch abgetönten "Herbst" aus dem Jahreszeitenzyklus des Tango-Nueovo-Komponisten hervortat. [...]
Auch der New Yorker Indie-Pop-Sängerin Christina Courtin, die bei den "Knights" in der Gruppe der zweiten Geigen mitspielt, überließ der Dirigent an diesem Abend für zwei bemerkenswerte Songs das Feld. Überhaupt sind die Mitglieder der Knights überaus kreativ: Die meisten der Arrangements, die an diesem Abend zu hören waren, wurden von den "Rittern" selbst fürs Ensemble maßgeschneidert."
Bonner Generalanzeiger, 4. Oktober 2010

"»Die Ritter« sind Verbündete jenseits der traditionellen Orchesterlandschaft. Sie sind meist junge Musiker, die in Freundschaft und Vertrauen die Basis der Kunst sehen. Zudem bereichern sie das gängige Repertoire. Der Spaß am gemeinsamen Spiel ist allgegenwärtig an diesem Freitagabend, der zum »Musikalischen Herbst« der Philharmonie Merck zählt. [...]
Bereits im zweiten Satz weiß er den Trauermarsch effektvoll zu nehmen, um im anschließenden Presto eine erste Kostprobe davon zu geben, welches Potenzial das Ensemble besitzt. Beim Finale setzt er zunächst behäbig an, reißt seine Mitstreiter aber schon bald mit zu einem gewaltigen Rausch der Klänge. Die vollen Klangfarben des klassischen Orchesters noch im Ohr, stehen die pittoresken Musikgebilde von Schostakowitsch zunächst etwas verloren da. Sein Cellokonzert ist ein Werk voller Doppelbödigkeiten, skurril und bewegend zugleich. Der Virtuose Jan Vogler spielt sein Instrument nicht, er bearbeitet es regelrecht und bewältigt die hohen Anforderungen grandios. Er meistert den Spagat zwischen rauer Spieltechnik und melodischer Melancholie. Ob dieses Cellokonzert das beste des 20. Jahrhunderts ist, wie Vogler meint, mag dahingestellt sein. Aber zweifellos ist es eine große Bereicherung der Celloliteratur.
Komplettiert wird der Freitagabend durch eine Bearbeitung des Jimi-Hendrix-Songs »Machine Gun«, der durch seine ratternden Tonsalven alle drei Werke in ihrer motorischen Kraft miteinander verbindet. Jan Vogler und »The Knights« bewegen sich vor allem in der zweiten Hälfte in ihrem Element und sorgen für Beifallsstürme."
Darmstädter Echo, 4. Oktober 2010