Hermann Bäumer

Dirigent

Seit der Saison 2011/12 ist Hermann Bäumer Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz und Generalmusikdirektor des dortigen Staatstheaters. Zuvor bekleidete er mit enormem Erfolg 7 Jahre die Position des Generalmusikdirektors der Stadt Osnabrück. Der hervorragende Ruf, den Hermann Bäumer seine nicht nur solide, sondern auch äußerst kreative Arbeit eingebracht hat, spiegelt sich nicht nur im großen Publikumszuspruch und im Lob der Fachpresse, sondern auch in einer Vielzahl von Gastdirigaten im In- und Ausland. Zusammen mit Symphonieorchester Osnabrück erhielt Hermann Bäumer 2009 einen ECHO Klassik in der Sparte symphonische Einspielung des 20. Jahrhunderts für den ersten Teil der Kompletteinspielung der Symphonien von Josef Bohuslav Foerster. Im August 2007 führte Hermann Bäumer dasselbe Orchester zu Konzerten nach Teheran – damit trat zum ersten Mal seit 1979 ein westliches Orchester im Iran auf.

Der Einstand als neuer Chefdirigent des Staatsorchesters und Generalmusikdirektor der Stadt Mainz war ebenso viel beachtet wie erfolgreich. Sowohl sein erstes Sinfoniekonzert – u. a. mit Messiaens Turangalîla-Sinfonie – als auch die gefeierte Premiere von Wagners Tristan und Isolde unter seiner Leitung riefen ein jubelndes Echo hervor: weit über Mainz, selbst über Deutschland hinaus. Hermann Bäumer ist in der aktuellen Saison zum wiederholten Male zum Iceland Symphony Orchestra, diesmal in Reykjavíks neuen Konzertsaal „Harpa“, eingeladen. Darüber hinaus ist er aber auch beim Rundfunksinfonieorchester Stuttgart, bei der NDR Radiophilharmonie in Hannover, beim Sinfonieorchester St. Gallen, beim Bayerischen Staatsorchester München und – fast schon als Stammgast – bei den Hofer Symphonikern zu erleben. Auf dem Mainzer Spielplan stehen u. a. Elektra, der Prinz von Homburg und Macbeth.

Der in Bielefeld geborene Hermann Bäumer begann mit sechs Jahren, Klavier zu spielen. Später erhielt er auch Violoncello- und Posaunenunterricht und studierte dann in Detmold und Leipzig Dirigieren. Von 1992 bis 2003 war er Posaunist bei den Berliner Philharmonikern, mit dessen Blechbläserensemble ihn eine langjährige Zusammenarbeit verband. Weiterhin stand Hermann Bäumer u. a. bei der Deutschen Kammerphil­harmonie Bremen, beim Radiosinfonieorchester Oslo oder den Bamberger Symphonikern am Pult und war bei Festivals wie dem Rheingau Musik Festival und dem Heidelberger Frühling zu Gast. Besonderer Höhepunkt war eine Berliner Aufführung von Schönbergs Pierrot Lunaire mit Christine Schäfer.

Darüber hinaus ist Hermann Bäumer landesweit besonders geschätzt für seine Jugendarbeit, die sich in der Zusammenarbeit mit zahlreichen Jugendorchestern äußert wie beispielsweise dem Bundesjugendorchester, den Landesjugendorchestern Nordrhein-Westfalen, Berlin und Rheinland-Pfalz. Mit dem Bundesjugendorchester war Hermann Bäumer 2011 auch auf einer ausgedehnten Deutschland-Tournee zu erleben.

Eine besondere Affinität hat Hermann Bäumer zu außergewöhnlichem musikdramatischen Repertoire. So hatte in Osnabrück in der Saison 2005/06 Alex Nowitz’ Bestmannoper unter großer Beachtung von Presse und Publikum ihre Uraufführung; und bei nicht minder großer Aufmerksamkeit stand in der Saison 2004/05 Hans-Werner Henzes Wundertheater und 2007/08 Gounods La Nonne Sanglante auf dem Spielplan.

Mit der NDR Radiophilharmonie nahm Hermann Bäumer 2006 August Ennas Heiße Liebe für cpo, und mit dem Iceland Symphony Orchestra Jón Leifs Edda I für das Label BIS auf. Zu weiteren Plattenaufnahmen gehört die Ersteinspielung des besagten Wundertheater von Henze mit den Osnabrücker Symphonikern sowie die Sinfonien Nr. 1 und 2 von Karl Höller mit den Bamberger Symphonikern. Ein weiteres Projekt ist die Kompletteinspielung der Symphonien von Josef Bohuslav Foerster mit den Osnabrücker Symphonikern, deren erster Teil mit einem ECHO Klassik 2009 ausgezeichnet wurde. Der zweite Teil wurde im Januar 2009 veröffentlicht (MDG). Im Dezember 2009 erschien d’Alberts Seejungfräulein und Sinfonie op. 4 und im Sommer 2010 Gounods La Nonne Sanglante, die mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/2010 ausgezeichnet wurde (CPO). Die aktuellen CDs beinhalten Werke von Christian Wilhelm Westerhoff (Symphonieorchester Osnabrück, CPO) und von Friedrich Gernsheim (Staatsorchester Mainz, CPO).

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